Rückblick: Juni

Juni.
Als ich diesen Beitrag schreibe, am 1. Juli, ist Halbzeit und es macht sich schon etwas Wehmut breit. Heute vor exakt drei Monaten bin ich in London angekommen. Heute in exakt drei Monaten werde ich London wohl wieder verlassen. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Mir kommt es vor, als ob ich erst seit einigen Wochen hier bin und ich möchte gar nicht glauben, dass ich nur noch genauso viel Zeit hier habe, wie nun schon vorbei ist. In London gefällt es mir immer mehr, mittlerweile kenne ich die Stadt einigermaßen gut, der Alltag ist eingekehrt und ich habe mich an einige der britischen Eigenheiten schon gewöhnt. Der Juni war ein schöner Monat, aber das waren ja bisher alle.

Meine Eltern waren zu Besuch, ich war wieder bei einigen Konzerten, auf Märkten, bin umgezogen und wir hatten wieder eine Woche mit richtigem Sommerwetter und lauen Sommernächten, die ich schon so vermisst hatte. Zudem konnte ich einen wichtigen Punkt auf meiner To Do-Liste abhacken: Die Queen zu sehen. Und natürlich waren da auch noch die ein oder anderen Sonnenuntergänge, mit denen ich regelmäßig meinen Instagram-Account zuspame und ein wunderschöner Sonnenaufgang nach einer durchtanzten Nacht.

 

Eltern

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Meine Eltern waren fast eine Woche lang in London. Durch meine wöchentlich freien Tage und Pfingsten musste ich in dieser Zeit nicht arbeiten und wir konnten die sieben Tage zusammen genießen. Wir waren gut essen, in Cambridge und ich habe ihnen meine liebsten Ecken hier gezeigt. Das typische Touristenprogramm haben wir größtenteils ausgelassen, da wir vor vier Jahren bereits zusammen hier waren und damals schon alles angeschaut hatten.

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Pink Floyd: Their Mortal Remains @Victoria&Albert Museum

Mit meinem Papa war ich bei der „Pink Floyd: Their Portal Remains“-Ausstellung im Victoria&Albert Museum. Sie war zwar nicht billig (18 – 25 Pfund), ist das Geld aber allemal wert. Zumindest allen, die Fans von Pink Floyd sind, würde ich einen Besuch nahelegen. Eventuell wird es dazu demnächst einen eigenen Beitrag geben.

 

 

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King’s College, Cambridge

Konzerte

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Belle&Sebastian @Royal Hospital Chelsea

Nach einem Mai voll mit Konzerten war der Juni ein bisschen ruhiger, aber nicht weniger gut. Ich war bei Mondo Cozmo, Belle & Sebastian und bei Hans Zimmer. Belle & Sebastian eröffneten die Open Air-Saison und spielten im Royal Chelsea Hospital, einem ehemaligen Krankenhaus, in dem jetzt die Rentner der wohlhabendenden Londoner Gegend leben. Leider spielte das Wetter nicht so ganz mit. Tagsüber war es richtig warm und anders als in Deutschland kühlt es hier auch nach einem Sommertag abends wieder ab. Und dann der Wind… wir haben so gefroren, dass wir das Konzert vorzeitig verließen und die Zugabe sausen ließen. Am Tag danach bekamen wir Karten für Hans Zimmer. Ich habe viele Künstler auf meiner Liste stehen, die ich unglaublich gerne einmal live sehen würde. Hans Zimmer gehörte bis dato nicht dazu. Ich mag seine Musik, aber kenne vieles nicht, weil ich mir lieber Serien ansehe als Filme. Aber sein Konzert war atemberaubend schön und ich möchte diesen Abend nicht missen. Drei Stunden lang spielten die Musiker Lieder aus Fluch der Karibik, Thelma und Louise, König der Löwen oder Inception. Als Special Guest lud Hans den Lead-Sänger der Buggles ein, mit dem er dann gemeinsam den Hit ‚Video Killed The Radio Star‘ performte.

 

Umzug

Die ersten beiden Monate wohnte ich etwas weit vom Stadtzentrum entfernt. Weil das viel Zeit in der Tube bedeutete, entschied ich mich dazu, im Juni umzuziehen und wohne jetzt in Southwark. Obwohl ich von vielen gehört hatte, diese Gegend sei keine gute, gefällt es mir hier sehr gut. Das beste: Die Nähe zur South Bank, einem der, wenn nicht mein Lieblingsort in London.

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Sonnenuntergang an der South Bank

Wetter

Jaaa, das Wetter. Das wird hier wohl in jedem Rückblick auftauchen. Sorry. Auch im Juni hatten wir wieder eine Woche, in der es nur geregnet hat. Oder geschüttet? Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, das fällt wohl in die Kategorie „Verdrängung ist der beste Bewältigungsmechanismus.“ Einen Tag lang Regen ist ja okay und vielleicht auch hin und wieder mal ganz schön. Wenn man sich ohne schlechtes Gewissen auch mal ins Bett legen und stundenlang Netflix schauen oder ein Buch/ eine Zeitung lesen kann. Auch ein zweiter Tag ist noch in Ordnung. Aber nicht eine ganze Woche. Ich bin jedes Mal einfach so deprimiert und lustlos, irgendetwas zu machen. Es ist unglaublich, wie stark die Sonne das Gemüt beeinflusst. Aber es ist auch schön. Denn wenn die Sonne dann mal scheint und es Sommer wird, so wie es tatsächlich auch eine ganze Woche lang war, dann bin ich unglaublich glücklich, komme, was wolle. Gibt es etwas schöneres, als morgens aufzuwachen, weil die Sonne das Zimmer erhellt? Den Tag mit Freunden, Essen, Trinken im Park zu verbringen? Um 23 Uhr noch in kurzer Hose und ohne Jacken durch die Straßen zu schlendern? Einfach nicht nach Hause zu wollen, weil es draußen einfach zu schön ist? Ich denke nicht. Diese Sommerwoche war eine der schönsten Wochen, die ich hier bisher verbrachte. Leider scheinen diese viel zu selten zu sein.

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Sommerabend auf Primrose Hill

Die Queen

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Im April wurde Queen Elizabeth 91 Jahre alt. Weil – da wären wir wieder – das Wetter in Großbritannien in diesem Monat aber noch unberechenbarer ist als sonst, wurde ihr „offizieller“ Geburtstag verschoben und auf den dritten Samstag im Juni eines jeden Jahres gelegt. Jährlich findet dann die „Trooping The Colour“-Parade statt, bei der der Geburtstag der Monarchin gefeiert wird. Diese Chance ließ ich mir natürlich nicht entgehen. Nach einer durchzechten Nacht und einem Sonnenaufgang an der South Bank standen wir pünktlich um 8 Uhr morgens an der Mall, natürlich in der ersten Reihe: Wenn schon, denn schon. In den fast fünf Stunden, die wir dann an diesem Platz in der Hitze verbrachten, sahen wir die Queen und Prinz Philip, Prinz Charles und Camilla, Prinz Harry und Kate. Manch einer wird vielleicht die Augen verdrehen, aber ich finde: Das war’s definitiv wert, auch wenn ich am Abend einfach nur tot war.

Dinge, die mich im Juni sonst noch glücklich gemacht haben

Sonnenaufgänge und…

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…Sonnenuntergänge

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Gin im Tausch gegen eine Gurke zum Weltgurkentag

Glastonbury, auch wenn ich nicht dort war. Aber in London gibt es einfach für alles Partys: Let’s throw a ‚I’m not at Glasto party.‘ – Yeah, why not?

Und weitere Eindrücke:

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